Kosten der Unterkunft und Heizung

 

Unterkunftskosten

Ob die Kosten der Unterkunft angemessen sind, wird beurteilt nach 

  • den individuellen Verhältnissen des Einzelfalls (u.a. Zahl der Familienangehörigen, Alter),
  • der Wohnfläche,
  • der durchschnittlichen Höhe der örtlichen Mieten und den Möglichkeiten des örtlichen Wohnungsmarkts im unteren Preissegment. 

Hierzu hat der Kreis Herford als Träger der Unterkunftskosten Mietstufen für die einzelnen Städte und Gemeinden innerhalb des Jobcenters erlassen. Diese wurden zum 01.11.2017 aktualisiert: 

 

Referenzwerte zur Ermittlung angemessener Bedarfe der Unterkunft

- gültig ab 01.11.2017 -

(in Euro)

Bruttokaltmiete = Kaltmiete zzgl. Betriebskosten (ohne Heizung)

Wohnungsmarkttyp

1 Pers.

2 Pers.

3 Pers.

4 Pers.

5 Pers.

je weiterer Person

bis 50 m²

>50 bis 65 m²

>65 bis ≤ 80 m²

>80 bis ≤ 95 m²

>95 bis ≤ 110 m²

+ 15 m²

I

Bünde

337,00

392,60

476,80

554,80

651,20

+ 88,80

Enger

Hiddenhausen

Kirchlengern

Löhne

Spenge

  II

Herford

383,50

453,70

516,80

630,80

717,20

+ 97,80

III

Rödinghausen

Vlotho

317,00

378,30

451,20

517,75

607,20

+ 82,80

Näheres zur Ermittlung der Referenzwerte können Sie den Veröffentlichungen des Kreises Herford entnehmen:

Konzept_zur_Ermittlung_der_Bedarfe_für_Unterkunft_im_Kreis_Herford

Fortschreibung_2017

Bewohnen Personen ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung, dann gehören zu den Kosten der Unterkunft auch die damit verbundenen Belastungen (zum Beispiel angemessene Schuldzinsen für Hypotheken, Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung, Erbbauzins, Nebenkosten wie bei Mietwohnungen). Nicht dazu gehören im Regelfall die Tilgungsraten, mit denen letztlich Vermögen aufgebaut wird, was mit dem Zweck einer Fürsorgeleistung nicht vereinbar ist.

Über die Angemessenheit der Unterkunftskosten entscheidet das Jobcenter im Einzelfall anhand der Kriterien im Handbuch KdU. Bitte berücksichtigen Sie die geänderten Referenzwerte (siehe oben).

Es besteht zudem die Möglichkeit, den energetischen Standard eines Gebäudes bei der Bemessung der angemessenen Bedarfe für Unterkunft und Heizung zu berücksichtigen (Klimabonus). Wohnungen mit einem niedrigen Energiewert können ggf. einen Zuschlag erhalten. Für die Prüfung ist die Vorlage des aktuellen Energieausweises notwendig.

 

Unangemessene Kosten der Unterkunft

Wenn die Aufwendungen unangemessen hoch sind, ist der Antragsteller beziehungsweise die Antragstellerin verpflichtet, die Kosten der Unterkunft zu senken. Dies kann z. B. durch Verhandlungen mit dem Vermieter oder der Vermieterin, durch Untervermietung oder unter Umständen auch durch Umzug in eine günstigere Wohnung erreicht werden.

Sollte ein Umzug notwendig sein, werden die unangemessenen Kosten der Unterkunft solange gezahlt, bis der Umzug möglich ist oder zugemutet werden kann, in der Regel jedoch für längstens sechs Monate. 

 

Wohnungswechsel (Umzug)

Einem Wohnungswechsel kann nur zugestimmt werden, wenn dieser erforderlich ist und die Unterkunftskosten der neuen Unterkunft angemessen sind. Dabei ist an die Erforderlichkeit ein strenger und objektiver Maßstab zu setzen. Die Zustimmung zum Umzug soll vor Abschluss eines neuen Mietvertrages und vor Einzug in eine neue Wohnung zeitnah beantragt werden. Lassen Sie sich daher frühzeitig vor Abschluss des neuen Vertrages von der zuständigen Sachbearbeitung beraten.

Beachten Sie bitte, dass im Falle eines Umzuges in eine andere Gemeinde außerhalb des Kreises Herford das Jobcenter am künftigen Wohnort für die Erteilung dieser Zusicherung  zuständig ist.

Das Jobcenter am neuen Wohnort  kann die notwendigen Wohnungsbeschaffungskosten (Kaution als Darlehen) übernehmen. Die Übernahme dieser Kosten ist ebenfalls vor Vertragsabschluss zu beantragen. Gleiches gilt für die Beantragung einer Beihilfe für notwendige Umzugskosten (z.B. Leihwagen). Diese sind jedoch bei dem bis zum Umzug zuständigen Jobcenter zu beantragen. Beachten Sie bitte auch die Kündigungsfristen um eine nahtlose Leistungsgewährung sicherzustellen.

 

Umzug ohne Zustimmung

Erfolgt der Umzug ohne Zustimmung können keine Umzugskosten und keine Wohnungsbeschaffungskosten (Kaution) übernommen werden. Bei einem nicht erforderlichen Umzug ohne Zustimmung laufen Sie Gefahr, dass die tatsächlichen Kosten nicht oder nur teilweise als Bedarf berücksichtigt werden können. Erfolgt der Umzug innerhalb des Kreisgebietes können die tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung nur in bisheriger Höhe anerkannt werden, soweit diese angemessen sind. Bei einem Umzug in eine Gemeinde außerhalb des Kreisgebietes werden die tatsächlichen Unterkunftskosten bis zur Höhe der für diese Gemeinde angemessenen Kosten anerkannt.

 

Wohnung für unter 25-Jährige

Unverheiratete Jugendliche, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und bei den Eltern oder einem Elternteil ausziehen wollen, können Miete und Heizkosten für die neue Unterkunft nur erhalten, wenn sie vorher eine Zusicherung des Jobcenters Herford, oder bei Umzug in den Zuständigkeitsbereich eines neuen Trägers, dessen Zusicherung eingeholt haben.
Diese Jugendlichen erhalten die Zusicherung, wenn

  • schwerwiegende soziale Gründe gegen ein Verbleiben in der elterlichen Wohnung sprechen und dies nachgewiesen wird oder
  • der Umzug in die neue Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder
  • nachweislich ein ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Ziehen die Jugendlichen ohne die erforderliche Zusicherung um, erhalten sie nur 80 Prozent des Regelbedarfs für Alleinstehende. Leistungen für Miete und Heizkosten werden dann nicht erbracht. Auch Leistungen für die Erstausstattung der Wohnung — siehe Mehrbedarfe — werden dann nicht übernommen.

 

Heizkosten

Heizkosten werden von dem Jobcenter Herford gemäß den Richtlinien des Kreises Herford übernommen (KdU-Handbuch).