Wer selbst Krisen bewältigt hat, kann anderen mit den eigenen Erfahrungen helfen. Dieser Gedanke steht im Zentrum eines Modellprojekts des Jobcenters Herford. Im Projekt BEA werden Menschen mit Sucht- und/oder psychischen Erkrankungen von ehemals selbst Betroffenen ehrenamtlich begleitet und unterstützt. BEA bedeutet Begleiten, Ermutigen und Assistieren und ist Teil bundesweiter Projekte zur gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe.
Regelmäßig treffen sich die BEA-Begleiter*innen und die Mitarbeiter*innen des Jobcenters zum Austausch und ziehen, trotz der widrigen Umstände durch Corona, ein positives Fazit ihrer bisherigen Tätigkeit. „Ich habe während meiner Erkrankung, während der Therapieaufenthalte und in der Selbsthilfe-gruppe immer wieder erfahren, wie wichtig Unterstützung und Begleitung ist - und ich möchte etwas davon zurückgeben. Ich kann vieles aus meiner persönlichen Erfahrung zum Weg aus der Krankheit weitergeben, damit anderen helfen und auch mir selbst eine Bestätigung geben, weiterhin auf dem richtigen Weg zu sein“, solche und ähnliche Erfahrungen der BEA-Begleitungen sind immer wieder Thema in den gemeinsamen Gesprächen.
Die Idee hinter dem Projekt ist einfach: Psychisch Erkrankte oder Menschen mit Abhängigkeit von z. B. Drogen oder Alkohol werden beraten und im Alltag begleitet von Menschen, die selbst diese Probleme überwunden haben. Sie profitieren somit von deren Erfahrungen.
Im Projekt BEA geht es darum, das ehrenamtliche Begleiter*innen, Mitarbeiter*innen des Jobcenters und die Betroffenen selbst sich viel Zeit nehmen, um gemeinschaftlich Wege und Ziele zu finden, die die persönliche Situation und das soziale Umfeld der Betroffenen positiv verändern. Die Menschen ohne Druck entlang ihrer eigenen Ziele und Vorstellungen zu begleiten, sie darin zu motivieren und zu unterstützen. Das alles geschieht im Team und immer auf Augenhöhe.
Die ehrenamtlichen Begleiter*innen können in ihrer Tätigkeit Vorbilder sein und den Teilnehmer*innen zeigen, dass es Wege gibt, mit schwierigen Situationen umzugehen und aus diesen auch zu wieder herauszukommen. Ihre Tätigkeit umfasst dabei alle wichtigen Lebensbereiche der Jobcenter-Kund*innen. Alle Beteiligten arbeiten immer gemeinschaftlich und tauschen sich aus, alles geschieht freiwillig und miteinander - auch wenn es einmal nicht so gut läuft.
BEA-Begleitungen werden intensiv für die Aufgaben qualifiziert, treffen sich regelmäßig zum Austausch, erhalten Supervision und kollegiale Fallberatung - und eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit gehört auch dazu.
Für dieses spannende Projekt werden weiterhin Freiwillige (insbesondere nicht deutsche Muttersprachler*innen, z.B. für Türkisch oder Russisch), die über persönliche Erfahrungen verfügen, sich als stabil einschätzen und gerne Teil einer wirklich guten und wichtigen Aufgabe sein wollen.
Wer Interesse hat, das Projekt BEA zu unterstützen und Teil des Teams zu werden, kann sich an das BEA-Projekt direkt unter Telefon 05223/498-768 oder per Mail an jobcenter-herford.beajobcenter-ge.de wenden.
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